Die Mongolei mit dem Geländewagen durchfahren – Ende Juli war es endlich soweit. Mein Freund Florian und mir stand eine besondere Reise bevor. Allerdings hatten wir nicht vor, in den Urlaub zu fahren, sondern wollten einen Land Rover Defender nach Deutschland zurückführen. Diesen hatten wir von 4WARD4X4 im Kundenauftrag speziell für die Transsyberia Ralley 2008 mit Defender Umbauten versehen.

Ein Land ohne Straßen – Mongolei Offroad Reise

Diese Mongolei Offroad Reise war eine der schönsten Reisen, die ich in meinem ganzen Leben bisher unternommen habe. Allein die unglaubliche Größe der Mongolei ist beeindruckend. Denn die Fläche hat die fünffache Größe von Deutschland. Es leben in der Mongolei lediglich 2,8 Millionen Menschen. Befestigte Straßen gibt in der gesamten Mongolei höchsten 300 km.

Unsere Mongolei Offroad Reise begann in Ulaan Batar

Nach unserer Landung fuhren wir mit einem Taxi ins Hotel, wo die Transsyberia Rallye

Land Rover Defender in Ulaan Batar
Der Rallye Defender hat durchgehalten

endete. Das war der Abend nach der Siegerehrung. Für uns war es wiederum ein schönes Erlebnis, denn der Kunde von 4WARD4X4, das Joe Vito Team, konnte auf der Rallye den 21. Platz dank unserer hervorragenden Arbeit belegen. Uns erfüllte dabei mit Stolz, dass der von uns umgebaute Rallye Defender, die komplette Transsyberia Rallye und die Mongolei Offroad Fahrt ohne Probleme durchgehalten hatte.

Rallye Defender rutscht in der Nacht in eine Graben
Land Rover Defender im Graben

Am folgenden Morgen fuhren mein Freund Florian und ich dann in westliche Richtung. Die russische Grenze war ca. 2.600 km entfernt. Hier startete unser Abenteuer – die Fahrzeugrückführung unserer Mongolei Offroad Reise. Schon in der ersten Nacht rutschten wir in einen rund zwei Meter tiefen Wassergraben, den wir trotz unserer Zusatzscheinwerfer nicht gesehen hatten. Dunklere Nächte als

Bergung mit der Seilwinde aus einem Graben in der Mongolei
Land Rover Defender Seilwinden Bergung in der Mongolei

in der Mongolei habe ich zuvor noch nirgendwo erlebt. Mit Geschick gelang es uns, den Defender mit der Seilwinde aus der misslichen Lage zu befreien. Danach konnten wir in der ersten Nacht noch bis zwei Uhr morgens unsere Mongolei Offroad Reise fortsetzen. Mitten in der Nacht schlugen wir dann das Zelt in der weiten Natur auf.

Die unendliche Weite der Mongolei und tagelang keine Menschen

Die Reise führte uns durch unwirklich erscheinende weite Landschaften, die von grünen Hügellandschaften sowie Wüsten und Bergkämmen, aber auch Flüssen und Bächen umgeben waren.

Wiesen Sumpfgebiete in der Mongolei
Gefährliche Situation mit dem Defender in einem Sumpfgebiet in der Mongolei

Eine weitere große Aufgabe bestand für uns in einem Hügelgebiet der Mongolei, dass voller saftiger Wiesen war und in dem wir unvermittelt auf ein Wiesen-Sumpfgebiet stießen. Ich wusste, dass dieses Gebiete sehr gefährlich ist, weil sie optisch von den normalen Wiesenflächen kaum zu unterscheiden war. Wir mussten das Sumpfgebiet allerdings überwinden. Daraufhin wagte ich, vorsichtig mit den Vorderrädern den Versuch, ob uns die Fläche über 20 Meter tragen würde. Obwohl ich an den Rädern erkannte, wie das Wasser an die Oberfläche gedrückt wurde, wurde unser Wagen von der Fläche getragen. Ein

Eingesunken im Sumpfgebiet
Der Land Rover Defender bei einer Seilwinden Aktion in der Mongolei

Blickwechsel mit Flo überzeugte mich, die Fläche mit Vollgas zu überfahren. Des weiteren steckten wir noch mit einem Reifen in einem Loch fest. Allerdings konnten wir das Problem mit der Seilwinde bewältigen. Nun stellten wir mit Entsetzen fest, dass wir bereits beim letzten Seilwindeneinsatz die Fernbedienung verloren hatten. Deshalb musste ich mit Kabeln eine Überbrückung zur Steuerung der Winde improvisieren.

Richtung Altai Gebirge

Einsamkeit pur haben wir in den Weiten der Landschaft erlebt und so hatten wir seit drei Tagen keinen anderen Menschen als uns gegenseitig gesehen. Wir setzten also unsere Strecke Richtung Altai Gebirge fort und langsam verwandelte sich die grüne Steppe in eine karge Wüstenlandschaft. In der Ferne sah ich eine Kamelherde. Das der Motor ausging, stellte ich erst fest, als ich weiterfahren wollte. Das Problem war, dass wir der Kraftstofffilter durch den verunreinigten Kraftstoff zugesetzt war. Vor Ort konnte ich diesen wechseln. Ein anderer Defekt z. B. die Kraftstoffpumpe hätte für uns eine 350 km Fußmarsch durch ein Wüstengebiet mit 40 °C Temperatur bedeudet. Diese Situation wäre eine absolute Katastrophe gewesen. Wir konnten das Problem bewältigten und den Motor letztlich wieder starten.

Faszinierend war wiederum die Sonnenfinsternis, die wir am 04.08.2008 in unserem Land Rover Rover erleben durften.

Nach all den Anstrengungen konnten wir in Ügli, einer Stadt 50 km vor der russischen Grenze, drei Tage lang in einem Hotel eine Pause einlegen, bevor wir die strapaziöse, Fahrt durch Russland fortsetzen konnten.

Vor uns lagen jetzt noch 6.200 km durch Russland und die Ukraine, durch Ungarn und Österreich mit dem Ziel, in 20 Tagen Deutschland mit einer Gesamtkilometerleistung von 9.734 km und einem Verbrauch von 1.100 Euro für Dieseltreibstoff zu erreichen. Dazu kamen neben den Defender Umbauten kleine Reparaturarbeiten am Kraftstofffilter und einer Reparatur des Kreuzgelenks an der Kardanwelle zur Hinterachse.

Alles in allem ein einmaliges und abenteuerliches Erlebnis neben den Defender Umbauten!

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